Samuel Pepys und die NZZ

Am Samstag dann nichts zum Weblog von Samuel Pepys im Artikel Pepys durchs Schlüsselloch von Werner von Koppenfels.

Der Artikel handelte von der nicht geglückten (, unglücklichen?) Edition/Übersetzung von Kriegel/Willemsen.*

Eine Trouvaille aus dem Artikel zum Thema „Was zeichnet ein echtes Tagebuch aus“, möchte ich gerne zitieren:

[…] der radikal private, unbeschönigte, unliterarische Charakter der Notate. Der einzige Leser dieses in Kurzschrift verfassten, lange unentziffert gebliebenen, endlosen Textgespinstes wollte sein Schreiber sein und bleiben; ein extrovertierter, rastlos tätiger, ganz dem Faktischen verhafteter homo oeconomicus, kein narzisstischer Selbstbespiegler oder abgründiger Grübler. Der Stil ist gedrängt, oft stichwortartig, formlose Reihung, rasch aufs Papier geworfene Fülle dessen, was dem Rückblickenden von Tag zu Tag des Festhaltens wert schien. «Kunstgriffe wären verbotene Eingriffe», sagt Erich Kästner über das Genre, und G. R. Hocke, ein Experte der Gattung, bezeichnet das «Fehlen der Aufmerksamkeit auf berechnete Wirkung» als ihr Grundmerkmal.

* Dabei kam mir wieder der Artikel im du749 zu Huckleberry Finn und Pinocchio in den Sinn – wir waren ja kürzlich im Pinocchio-Land. Die neue Übersetzung von Hubert Bauch, mit Bildern von Sara Fanelli, Sauerländer 2003, soll sehens- bzw. lesenswert sein.

PS: Die NZZ hat bereits im Mai 2003 über Pepys berichtet, wie ich auf Netbib erfuhr. Auch letztes Mal – nichts über das Weblog.

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