SFDRS Tagesschau: Blogs und SISTM

When a phenomenon gets a „critical mass“, you have always this kind of reactions. You have the big media who make easy amalgams and therefore somehow don’t get it* (see what people told about the early days of cinema, TV, videogames and now weblogs), you have the early adopters who move on… etc.

What is a bit frightening so in Switzerland, is that – after all the articles in the world press (Wall Street Journal, Forbes Magazine etc.) – this is still the only kind of discourse („discours“) SFDRS has had so far. It’s time they start their own weblogs, I guess.

Update: Thank you Alain for the link to the Tagesschau real file.

* It’s one thing that an artist makes this statement by choosing this angle, by picking what he needs for his art, it’s another thing to speak as a major media.

Update after telephone with SFDRS: Alas they need people stories, so if somebody comes up with a good people story…

… the phone call made me think a bit more about the current mediascape and weblogs: what would be the two words you have heard in connection to weblogs? Probably „tsunami“ and „US election“. Is this a better description of what blogs are than the 1minute 40 at yesterday’s Tagesschau. Definitely not. It is as partial as what we’ve seen yesterday.

But the difference with the two other blog descriptions is, you don’t have to get defensive. And normally as a blogger you don’t feel defensive, you feel – on the contrary – empowered.
Both the tsunami blog and the US election blogs had a strong impact on the mediascape itself and as a blogger – even if you have nothing in common with the tsunami nor the election blogs – you are conscious of this impact.

And what do I mean by impact? Things like: I discover, filter and get the information I am interested in more and more and if it is timecritical always first from blog sources; I am more updated about my friends, family and cool bloggers; other bloggers help me finding answers, solving professional problems and last but not least I never found a better way of storing information (especially the visual part). If this evolution becomes stronger in the coming months/years, I ask what today’s dominant media will do to survive.

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27 Gedanken zu „SFDRS Tagesschau: Blogs und SISTM

  1. Matthias

    Boah ey, ist das ein peinlicher Tagesschau-Beitrag. Aber wie sollte er auch besser sein, wenn der „Künstler“ derart versessen auf „Narzismus“ und „Intimität“ ist.

    Antwort
  2. Roger

    Absolut einverstanden mit Dir. Die Gefahr besteht, dass über die Massenwirkung eines solchen Beitrags nun für viele Schweizer Blogs gleichbedeutend sind mit einem Tagebuch eines jungen, eventuell Suizid Gefährdeten.

    Deshalb müssen bessere – und dennoch massentaugliche – Beispiele, die sich an einer Person festmachen lassen, her.

    Antwort
  3. Matthias

    „Die heutige Jugend“ war schon immer suizidal, verzweifelt, und exhibitionistisch, und jetzt machen sie’s halt im Internet (auf IRC, Newsgroups, privaten Websites etc übrigens schon vieeeel länger als auf blogs). Traurig ist halt, dass er dieses Dauerthema jetzt ausgerechnet auf Blogs abbildet – und SF DRS den Mist auch noch mitmacht. Ignoranz im Alltag, halt.

    Was die Massenwirkung betrifft: über „Jaja, das Internet halt, wo ist mein Bier?“ wird das wohl nicht hinausgehen. Oder habt ihr schon Anfragen besorgter Eltern/Psychiater/Gemeinderäte erhalten?

    Ich konnt’s übrigens nicht lassen und habe meiner „prekären Befindlichkeit“ bzgl, dieses Machwerkes auf exhibitionistische Weise Ausdruck gegeben: http://www.gutfeldt.ch/matthias/blog/singleblog.php?entry=1107207845

    Es sind leider mehrere Gedanken etwas miteinander vermengt, vielleicht nehme ich das eines Tages etwas detaillierter auf.

    Antwort
  4. Roger

    1. Abschnitt:
    Mehr oder weniger einverstanden. Ich denke auch dass die Weblog-Form eigentlich wenig damit zu tun hat, ausser vielleicht, dass es für viele Leute etwas einfacher geworden ist, zu publizieren.

    Andererseits hat das Jugendgenre durchaus seinen eigenen Reiz – ich denke da an die schöne Ausstellung „the ESSENTIAL DISTURBANCE“ von Ed Templeton im Palais de Tokyo. Auch Sandrine hat sich kürzlich dazu geoutet.

    2. Abschnitt
    Wir haben auf jeden Fall Reaktionen erhalten (natürlich nicht von besorgten Eltern usw.), was bei Presseartikeln kaum der Fall ist. Auch bei der Tagesschau war das Feedback grösser als erwartet.

    3. Abschnitt
    Dazu sind Weblogs ja da:) – übrigens, hab ich grad noch was von Jan Schmidt gebloggt zu den verschiedenen Arten von Blogs:

    * Weblogs als Online-Tagebücher (ca. 70% aller Weblogs)
    * Weblogs als Medien der Expertenkommunikation
    * Weblogs als Erweiterung der (politischen) Öffentlichkeit

    Antwort
  5. Matthias

    Zu Deinem vorherigen Kommentar: Das mit den „besseren“ an einer Person festgemachten Beispieln kann man nach den Erfahrungen der letzten Wochen offenbar vergessen. Der Schockwellenreiter et al wurden ja auch kürzlich von Planetopia in die Pfanne gehauen http://blog.schockwellenreiter.de/7793 .

    „people stories“, wie sie heute offenbar vom Fernsehen verlangt werden, sind von Natur aus emotional und dramatisch. Da das Böse und Schlechte schon immer viel dramatischer war als das Gute und Konstruktive, kann man positive „people stories“ – Berichterstattung glatt vergessen.

    Antwort
  6. Roger

    Nach meinem Telefon mit SFDRS bin ich etwas optimistischer. Ok, eine gewisse Vereinfachung/Reduzierung der besprochenen Themen ist wohl immer gegeben, aber dass es böse und schlecht sein muss, denke ich nicht.

    Nun der Challenge ist da: Wie könnte man die Vielfalt des Homo Blogicus in einem kurzen Fernsehbericht möglichst adäquat rüberbringen, damit Frau und Herr Schweizer danach etwas besser verstehen, was uns umtreibt?

    Antwort
  7. Matthias

    Was hat denn SFDRS gesagt, dass ihnen der Beitrag auch peinlich ist?

    Sollen sich doch einfach mal durch http://www.blog.ch/ durchklicken. Auch wenn ich längst nicht alle Blogs drauf habe (bin immer für Hinweise dankbar), ist dort die Themenvielfalt der schweizer Blogs doch recht gut abgebildet.

    Anschliessend können sie ja drei oder vier inhaltlich und grafisch möglichst unterschiedliche Blogs herauspicken und sich über die wirre Themenvielfalt aufhalten ;-). Auch wenn sie DAS verkürzen, haben sie doch mehr gezeigt als nur den kleinen Haufen weinerlicher Frust-Blogger (von denen ich in der Schweiz nur etwa zwei oder drei kenne).

    Antwort
  8. sistm

    Lieber Roger, lieber Matthias

    es ist doch immer wieder erstaunlich, was ein Beitrag in TV bewirken kann.

    Die Einen fühlen sich angefasst, ja in ihrer (Blogger-) Ehre verletzt. Die Anderen sehen ihre Vorurteile über den üblen Zustand der Jugend bestätigt und wieder andere ärgern sich über den „Kleinformat-Artisten“, dem aus ihrer Sicht unverdiente Aufmerksamkeit zu Teil wurde.

    Ich habe es bereits mehrfach in eigenen Kommentaren gesagt, was jemand von meiner Arbeit, ja selbst von meiner Person hält, ist mir gleichgültig.

    Und wunderbarerweise sind ja gerade Blogs das beste Medium, unabhängig zu publizieren und damit auch seine Meinung in jeder Hinsicht frei zu äussern. Damit erfüllen Blogs aus meiner Sicht, eine zunehmend wichtige gesellschaftliche und politische Funktion.

    Was ich bedauerlich, ja in Teilen befremdend finde ist das Niveau auf dem
    der Diskurs, wenn er dann überhaupt einer ist, geführt wird. Eine polemische Beschimpfung ist eben dann doch einfacher, als substanzielle Bewertung eines (künstlerischen) Anliegens.

    So hat sich zum Beispiel der Autor des Tagesanzeigers die Zeit genommen mit mir zu diskutieren und meine Arbeit, über das aktuelle Projekt hinaus, zu studieren.

    Lieber Matthias, warst Du inzwischen in der Ausstellung?

    Dann wäre Dir vielleicht aufgefallen, das es in meiner Arbeit gar nicht um „Blogs“ oder „die Blogger“ geht. Meinen Kommentar zu Deinem Beitrag kann man ja auf Deinem Blog nachlesen. Oder weiteres auf meinem Blog.

    Bislang kam von Dir kein Gegenkommentar. Was ist los? Ist Dir der Schnauf ausgegangen? Oder die Argumente? Keine Zeit, kein Lust?

    Wenn Du mit mir diskutieren willst, dann tue das doch bitte via Blog oder komme in die Ausstellung. Donnerstag, den 10.02. bin ich ab 18.00 in der Plattform 11, Körnerstrasse 11, 8005 Zürich, Freitag, den 11.02. ebenfalls. ab 18.00 Uhr.

    Und lieber Roger, Du warst an der Vernissage. No Comment.

    Das es leider vorkommt, dass im TV Dinge verzerrt oder sogar falsch dargestellt werden habt ihr ja inzwischen, Euren Kommentaren folgend, eingeräumt. Das kann mir also wohl kaum angelastet werden.

    Interssanterweise gibt es inzwischen Blog-Beiträge, die anfangs auch äusserst polemisch gegen mich bzw. mein Projekt gerichtet waren, die bei näherer Betrachtung meiner Arbeit oder beim Besuch meiner Ausstellung deutlich relativiert wurden oder soger, ihr werdet es kaum glauben, in positive Meinungen gekehrt sind.

    Aber lassen wir es dabei.

    Ob ihr mein Zeugs mögt oder nicht ist mir gleich. Ich werde mit Freude, weiterhin „Tapeten“ produzieren.

    Gruss

    SISTM

    Antwort
  9. sistm

    Nachtrag:

    Der nachfolgende Text stammt aus einem Gespräch zu einem früheren Projekt, das vielleicht meine Position nochmals etwas schärfer skizziert.

    „Mein Thema ist nicht das Medium Internet an sich. Auch nicht, die in direktem Sinn politisch relevanten Aspekte des Mediums, die ohne Frage einer künstlerischen Betrachtung würdig wären.

    Ich konzentriere mich, wie auch in meiner gesamtem Arbeit, auf das Individuum. Bei meinen Exkursionen im World-Wide-Web finde ich im überreichem Masse individualistische Äusserungen,
    die ich als Basis-Material für meine Arbeiten nutze. Wenn meine Arbeiten dann zum Diskurs Anlass geben, ist das allenfalls mein bescheidener Beitrag, zur Betrachtung gesellschaftlich relevanter
    Aspekte des Mediums.“

    „…In der Umsetzung ist mein Standpunkt nicht kommentierend, sondern der interpretierend. Ich nutze meine künstlerischen Ausdrucksmittel, momentan vor allem die Malerei, zur Verdeutlichung einzelner Aspekte zur dramaturgischen Bearbeitung des vorgefundenen Materials. Ich überlasse es letztendlich dem Betrachter aus dem, was ich ihm derart anbiete, Schlüsse zu ziehen, von dem was er sieht betroffen zu sein oder auch nicht.“

    SISTM, aus einem Ateliergespräch zu „FEMALE SUBJECTS I“ im Mai 2003

    Antwort
  10. Roger

    Lieber SISTM,
    Ich war in der Ausstellung und wie in meinen Kommentaren ersichtlich habe ich einen klaren Unterschied zwischen Deinen Bildern und dem Tagesschau-Beitrag gemacht. Ausserdem habe ich ja in einem früheren Post – Hinweis auf Deine Ausstellung – auch auf FaceBattle.com verlinkt. Facebattle scheint mir denn dem auch besser für Dein Thema zu stehen, als die Weblogs, die sich bereits sehr stark ausdifferenziert haben. Natürlich gibt es auch bei den Bloggern die narzistischen Selbstdarsteller, aber eben nicht nur. Wie Du richtig bemerkt hast, sind Blogs eben vielmehr als das – sonst würden wir wohl kaum diese Diskussion führen:)

    Ich werde mich nochmals melden, wenn ich etwas mehr Zeit habe – denn es sind wieder einige Zeitungsberichte zu Weblogs in der Schweiz erschienen, die in ähnlicher Weise wie die Tagesschau über Weblogs berichten.
    Vergleiche ich das mit der Berichterstattung in den USA und Frankreich, dann ist der Unterschied gewaltig. Davon bald mehr…

    Antwort
  11. sistm

    Lieber Roger

    ich schätze Deine differenzierte Betrachtung meiner Arbeit. Es wäre schön, wenn das auch einmal dem Kollegen „Matthias“ möglich wäre, dem ausser meiner Beschimpfung bislang nichts Besseres eingefallen ist. Jedenfalls entzieht er sich augenscheinlich dem Dialog mit mir, obwohl ich ausführlich auf seinem Blog Stellung genommen habe. Kannst ihm ja einmal unsereren Dialog posten.

    Nachfolgend als Diskussionsbeitrag ein Kommentar, den ich im Rahmen eines Doalogs auf 314a abgegeben habe.

    …“Es ist immer erst einmal die Spitze, die beim Eisberg sichtbar wird.

    Blogs, um ein Beispiel zu nennen
    (hoffentlich schlägt jetzt nicht wieder jemand auf mich ein) sind nur eine von vielen Plattformen auf der sich soziokulturelle Prozesse manifestieren.

    Ich habe in diversen Beiträgen darauf hingewiesen, das es meines Erachtens nach kulturelle Differenzen zwischen USA und GB und Kontinentaleuropa gibt, die auch in der Art und Weise der Internet-Nutzung sichtbar werden. (Die Texte und Bilder meiner Ausstellung stammen aus diesen Ländern.)

    Vereinfacht gesagt: Dort gibt es eine “Kultur des Exhibitionismus”, die
    ich so in unseren Breiten (noch) nicht in dem grossen Ausmass sehe.

    Dies führt zur Bekundung seelischer und sozialer Probleme in ungwöhlicher, zum Teil erschütternder Offentheit. (Du hast ja die Texte in meiner Installation lesen können.)

    Bem.: Interessanterweise habe ich
    diese “Kultur des Exhibitionismus” nur im Bereich der Sexualität auf beiden Seiten des Atlantiks in gleichen Masse vorgefunden.

    Aus meiner subjektiven, künstlerischen Sicht habe ich ich diese verschärften Äusserungen genutzt um auf einen Zustand hinzuweisen, der unter der Oberfläche unser hiesigen Gesellschaft gärt.

    Warum hat wohl die Schweiz die höchste Selbstmordrate unter jungen Menschen in Europa?

    Warum ist die Schweiz in Drogenkosum ebenfalls auf Spitzenplätzen zu finden?

    Wie geht es den vielen Singles in Zürich? Alle bestens vernetzt, alle
    sind gut drauf, wie es ja in der üppigen
    Gastro-Szene der Stadt zu besichtigen ist. Und danach?

    Ich denke, die Blogger Szene in der Schweiz ist eine noch kleine Gruppe von gut vernetzten Avantgardisten. In den überwiegenden Fällen, mit einem durchaus vorzeigbaren intellektuellen Anspruch. Den Aufschrei nach dem Tagesschau-Beitrag, kann ich daher absolut nachvollziehen.

    Leider wurde eben auch nicht vollständig wiedergeben, worum es mir inhaltlich geht. Aber Schwamm drüber.

    Meine Prognose: In dem Moment, wenn Blogs hierzulande ein Massenphänomen, wie in den USA werden, vor allem bei Jugendlichen, werden sich auch vermehrt private Inhalte den Weg bahnen.

    Dann kommt wahrscheinlich auch der Rest vom Eisberg zu Vorschein. Oder soll ich sagen von der seelischen Müllhalde?

    Herzliche Grüsse
    SISTM

    Antwort
  12. Matthias

    Roger, ich hab die Zeitungsberichte nicht gefunden. Welche Blätter haben geschrieben, hast Du Links oder eine Zusammenfassung?

    Ich habe auf sistms Kommentare in meinem Blog schon am Donnerstag und Freitag geantwortet. Warum er hier etwas anderes schreibt, weiss ich nicht.

    Antwort
  13. Roger

    Matthias,
    Es handelt sich vor allem um den Artikel in „Le Temps“. Leider ist er nicht via Internet zugänglich. Da ich (nach jetziger Ausgangslage falsch) zitiert werde, werde ich wohl noch ein Exemplar erhalten. Jérôme von ifeedyou hat bereits darüber berichtet:
    Les blogs dans le Temps (suite)

    Es sind aber noch andere Artikel hängig und ich bin mir nicht sicher, ob es besser wird.

    Antwort
  14. Matthias

    Danke für den Link, falsche Zitate sind wirklich ärgerlich, hab das selber schon mal (im lokaleren Rahmen) erlebt. Schade auch gibt’s den Artikel bei letemps.ch nur in der Bezahl-Version. Aber das ist ein ganz anderes Thema.

    Antwort
  15. sistm

    Liebe Blogger

    Es ist mir nach wie vor unverständlich warum ich wegen eines TV-Beitrags dessen Inhalte und Tendenzen ich nicht zu verantworten habe. Warum ich wegen in diesem Beitrag gesendeter, aus dem Zusammenhang gerissener Aussagen, derart an den Pranger gestellt werde, wie es in diversen Blogs der Fall ist.

    Ich selbst habe in dem Tagesschau Beitrag mit keinen Wort „die Blogger“ oder „Blogs“ erwähnt. Schon gar nicht das Bloggen oder Blogger diffamiert.

    In meiner gesamten Arbeit geht es um die Befindlichkeiten von Individuen. So auch in der aktuellen Ausstellung. Ich habe dort lediglich Fragmente! von Blogs die zweifelsfrei nicht aus der Schweiz stammen! und von mir künstlerisch bearbeitete, im Internet vorgefundene Bilder als Assemblage im Rahmen einer Raum Installtion arrangiert.

    Meine Ausstelung thmeatisiert nicht Blogs sondern sie nutzt Blog-Framente, um auf mein Thema („Die Vereinsamung von Individuen in der Welt des Web.“) zu verweisen. Das häzte man sehen und begreifen können, wenn man die Ausstellung besucht hätte. Aber das ist ja mühsamer, als einfach mal schnell in einem Blog über mich abzurotzen.

    Ich habe mich mit zahlreichen Beiträgen, zu den zum Teil diffamierenden Kommentaren diverser Blogger geäussert.

    Es ist leider nur wenig Bereitschaft zu erkennen meine Kommentare zu beachten, auf meine Argumente einzugehen und meine Arbeit von dem, sicherlich für die Blog-Szene der Schweiz unglücklichen TV- Beitrag getrennt zu bewerten.

    Die Blog-Fragmente die ich verwendt habe sind autentisch. Wenn derartige „Seelenstriptease“- Blogs in der der Schweiz noch nicht sichtbar sind, ist das schön.

    Hat aber auch damit zu tun, dass Blogs hierzulande noch kein Massenphänomen sind. Werden sie das, wird es auch hier vermehrt „Seelenstriptease“-Blogs geben.

    Unabhängig davon, gibt es weltweit Millionen von einsamen und seelisch gestörten Menschen, die über das Web mit der Welt in Kontakt treten. Menschen die über diverse Plattformen (u.a. Blogs) ihre Befindlichkeiten öffentlich äussern.
    Das ist Fakt.
    Und das ist mein Thema und nicht etwa die schweizer- oder deutsche- oder weltweite- Blog-Szene.

    Es wäre schön, wenn das endlich von denen die mich permanent attackieren zur Kenntnis genommen werden würde.

    Ich bin enttäuscht von der Unfairnis und Intoleranz diverser Blog-Beiträge. Es scheint mir sinnlos weiter darauf einzugehen, da sich scheinbar eine Meinung verfestigt hat, bei der den Sündebock abgebe.

    Das alles erninnert mich fatal an die Hirschhorn Debattte. Ich gewinne leider den Eindruck, das deratige Polemik auch in Blogger-Kreisen üblich ist.

    Traurig ist das.

    Ich werde mich jetzt wieder meiner Arbeit zuwenden. Das nächste Projekt wartet.

    Gruss

    SISTM

    Antwort
  16. Roger

    Lieber SISTM,
    Eigentlich fühle ich mich ja durch Deinen letzten Kommentar nicht angesprochen, da ich – wie bereits gesagt – klar zwischen Deiner Ausstellung und dem Beitrag der Tagesschau über „die Blogger“ unterschieden habe.

    Da Du aber bei mir diesen Beitrag publizierst bzw. „cross-postest“, werde ich doch noch etwas sagen.

    Erstes Statement
    Deine Ausstellung und die Tagesschau sind zwei paar Schuhe und müssen differenziert betrachtet werden. Da es kein Menschenrecht auf differenzierte Kritik gibt, muss man wohl oder übel mit undifferenzierten Meinungen leben müssen. Das ist aber immer so, ob auf Blogs oder sonstwo.

    Zweites Statement
    Blogger sind nicht besser als andere Menschen, manchmal halten sie sich aber dafür. Letzteres erklärt sich damit, dass der zeitliche Vorsprung auf den Mainstream immer eine gewisse Weihe verleiht bzw. es ist ein bekanntes Phänomen, das immer dann auftritt, wenn etwas aus dem Nischendasein zum Massenphänomen wird. Der Tagesschau-Beitrag ist sicher ein erster Schritt in diese Richtung.

    Drittes Statement:
    Blogger haben ein gewisses Selbstbild und die Tagesschau und auch andere CH-Medien wurden und werden dem bisher kaum gerecht. (Ob das Selbstbild mit der Wirklichkeit übereinstimmt, ist eine andere Frage.)
    Ganz anders sieht es in den Staaten und Frankreich aus, hier wird Bloggen als etwas eminent Wichtiges und eben auch als eine „disruptive technology“ inzwischen von der breiten Öffentlichkeit wahrgenommen. Vorbei die Zeiten, wo Blogs mit „Teenie“-Tagebüchern gleichgesetzt wurden.
    Hier ein Beispiel, wie einen hohen Stellenwert Blogs bereits einnehmen.
    Blogging in den USA
    Kürzlich hat übrigens auch die deutsche Ausgabe des Harvard Business Manager (Februar 2005) übers Bloggen sowie die grundsätzliche Veränderung, die damit auf allen Ebenen einhergeht, berichtet.

    Viertes Statement
    Blogger haben eine gewisse Macht, die nicht zu über- aber auch nicht zu unterschätzen ist. Und Blogger sind schnell, weil RSS und Links etwas Bloginhärentes sind.

    Fünftes Statement
    Einsamkeit, Entfremdung und seelische Störungen sind wahrscheinlich ein neuzeitliches Phänomen (seit Marx?). Die Kunst, vor allem das Kino, hat dieses Thema in den letzten 50 Jahren mehrfach beleuchtet.

    Dass sich dies auch auf dem Web abbildet, scheint mir deshalb offensichtlich.

    Gerade bei Jugendlichen sehe ich aber auch einen Vorteil, wenn sich dies in einem Weblog abbildet. Es gibt ja auch Kids, die gehen lieber „poppen“ als „bloggen“.
    Jérôme hat in diesem Zusammenhang etwas Interessantes gepostet:

    Fotos und Anekdoten über sich preiszugeben ist weder adoleszenter Egozentrismus noch eine Form von Exhibitionismus. Diese Sites ermöglichen Ihnen sich zu konfrontieren, sich zu identifizieren, sich eine Identität zu schaffen, dies in Übereinstimmung mit Gleichaltrigen. […]
    Es geht hier um alltägliche Kommunikationsmittel, mit denen die heutige Jugend sehr rasch einen vertrauten Umgang pflegt. [meine Übersetzung]

    Ich hoffe, Dir damit eine möglichst differenzierte Anwort gegeben zu haben.
    Ich merke auch anhand Deiner Reaktion, dass Dich dieser „Sturm im Wasserglas“ doch ziemlich mitgenommen hat und ich hoffe, dass Du nun wieder Ruhe für Dich und Deine Arbeit findest. Das Internet kann manchmal ziemlich rauh sein und ich wünschte mir auch, dass jeweils etwas mehr Rücksicht genommen würde.

    Ich finde es aber nach wie vor toll, dass Du all das gebloggt hast und wünsche mir, dass wir alle aus diesem „Abenteuer“ etwas mit nachhause nehmen. Weiter rege ich Dich dazu an, einige Weblogs zu studieren, die Dir auch noch einen anderen Zugang zum Thema eröffnen.

    Keep on blogging:)

    Antwort
  17. sistm

    Lieber Roger

    Deinem dankswerten und inhaltlich spannenden Beitrag habe ich nichts hinzuzufügen.

    Ich habe mir erlaubt, ihn daher auch
    auf meinem Blog als Beitrag zu veröffentlichen.

    Gruss

    SISTM

    Antwort
  18. Roger

    Matthias,
    Da hast Du Recht – nicht nur was die zwei Links betreffen.

    Ich hatte es ja etwas vorausgesehen. Die Fixierung auf den Begriff „intimes Internettagebuch“ ohne längerfristige Recherche (für sowas hatte wohl bisher kaum jemand Zeit), macht es unheimlich schwer, Blogs zu repositionieren.

    Eigentlich müsste ja eine genaue und ausführliche Recherche zum vitalen Eigeninteresse gehören, da Weblogs früher oder später auch die CH-Medienlandschaft mitverändern werden – da bin ich mir sicher.

    Zurzeit müssten wir uns doch stärker selbst einbringen. Z.B. mit eigenen Bloggerinterviews. Steff macht das ja jetzt im Radio. Aber man könnte das ja auch von Blog zu Blog machen.

    Antwort
  19. Matthias

    coincidence: Als Ergänzung zur BlogTour de Suisse plane ich schon seit längerem BloggerInterviews zu machen. Aber ich will intelligente Fragen stellen, die über das übliche „warum bloggst du“ und hinausgehen – aber mir fällt einfach nichts ein :-(.

    Antwort
  20. Roger

    As always… publish early, publish often.

    Ich denke, dass man das aber nicht via Netz (E-Mail, IRC…) machen sollte, sondern in Real Life (aber vielleicht life-gebloggt). Vieilleicht sollte man ja auch eher von Gesprächen, als von Interviews reden.

    Also von mir aus können wir da bald damit beginnen. Und da wir uns ja noch nie in Real Life gesehen haben… wann hast Du Zeit?

    Antwort
  21. Matthias

    Zeit? Wo kann ich das downloaden??

    Am besten jeweils Mo/Mi/Fr, da könnten wir z.B. über einem Mittagessen diskutieren.

    Wann bist du wieder mal in Bern? Für Exkursionen nach ZH hab ich momentan keine Zeit :-(.

    Antwort
  22. Roger

    Weniger bloggen.
    ***
    Es kann gut sein, dass ich bald wieder einmal in Bern bin. Aber meistens habe ich dann ziemlich viel zu tun.
    Hmm… Olten Bahnhofbuffet?

    Antwort

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