Zeitungen als kostenpflichtige komplette Webfeeds?

Originäre Geschäftsmodelle in der Blogosphäre?

Wenn allerdings Markus Breuer sagt: „Für die komplette Süddeutsche als Webfeed wäre ich bereit, mindestens denselben Betrag zu bezahlen, wie für die Printversion“ und dafür viel Zustimmung erhält, stellt sich die Frage nach einer Abogebühr. Während der kurze Webfeed mit den Hinweisen auf neue Artikel auf der Website zur Leserbindung und Steigerung von Aufmerksamkeit verschenkt wird, könnte eine zusätzliche Version inklusive aller Inhalte kostenpflichtig als Abo angeboten werden. Um ein originäres Geschäftsmodell der Blogosphäre handelt es sich dabei keineswegs, sondern vielmehr um ein altbekanntes Geschäftsmodell klassischer Medien. Nichtsdestotrotz erscheint diese Möglichkeit der Refinanzierung spannend, sobald die Anzahl der Liebhaber vollständiger Webfeeds eine kritische Masse erreicht, denn gerade für klassische Medien wäre so die Hemmschwelle niedriger, um Webfeeds stärker einzusetzen. Der andere klassische Weg besteht natürlich in der Distribution von Werbung in Webfeeds.

Ich habe Breuers Aussage schon das eine oder andere Mal gehört, trotzdem überzeugt sie mich nicht. Meiner Meinung nach fehlt zurzeit die kritische Masse und gerade Blogger sind zwar wichtige Medienkonsumenten und damit die ideale Printmedien-Zielgruppe, aber sie haben eben bereits (effiziente) Wege gefunden, nicht mehr für Inhalte bezahlen zu müssen. Ausserdem bräuchten wir dazu einfache Microbilling-Lösungen, die zurzeit erst in den Startlöchern sind.

Die Frage bleibt, wie es die Printmedien zustande bringen, dass sie in Zukunft noch gekauft werden, ob online oder auf Papier. Die WSJ vom Freitag hat einige Beispiele genannt. Wenige davon werden jedoch langfristig die Zukunft der Printmedienbranche sichern. Aber es besteht durchaus Hoffnung: ich denke diese besteht in einer Rückbesinnung auf das, was das Printmedium ausmacht einerseits und in einer konsequent umgesetzten Vorwärtsstrategie andererseits.

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