Corporate Weblogs Whitepaper

Jürg Stuker fragte mich, um Meinung, Ergänzungen und Korrekturen zu seinem Whitepaper Corporate Weblogs.

In der Zwischenzeit habe ich es gelesen. Mein Fazit:
Eine sehr gute Einführung für Unternehmen, die vom Phänomen Weblog bzw. Social Software gehört haben, aber nicht wirklich wissen, ob Weblogs auch etwas fürs eigene Unternehmen taugen. Der Fokus des Whitepapers liegt klar auf der Aussensicht und nicht auf der Innensicht (vgl. mit Udell: «Technologist see systems from the inside out, users see them from the outside in»), etwas das ich immer wieder bewundere am ehemaligen CTO.

Einige Anmerkungen und Gedanken meinerseits:

Wichtig bei Weblogs und der tiefgreifenden Veränderung, die damit einhergeht, scheint mir der partizipative Ansatz: Der Einzelne rückt ins Zentrum und der Kunde rückt näher zum Unternehmen. Im besten Fall hilft er mit, das Produkt, die Dienstleistung zu verbessern oder sogar herzustellen.

In der Schweiz steckt das offen partizipative Element über die Unternehmensgrenzen hinweg (Markets are conversations) heute noch in den Kinderschuhen und es fragt sich wie eine eher introvertierte Geschäftskultur auf Weblogs reagieren wird und welche Art von Unternehmens-Weblog-Kultur sich herausbilden wird. Anders gesagt, welche Unternehmensblog-Genres können von der hiesigen Unternehmenskultur leicht absorbiert werden, welche weniger. Eine interessante Übersicht der Genres aus dem Whitepaper: Einsatzmöglichkeiten von Corporate Blogs (Quelle: http://www.zerfass.de/)

***

Bei Punkt 5, Ein wenig Technologie, kann man natürlich spitzfindig sein. Die Spitzfindigkeit ist dem einfachen Verständnis sicher nicht zuträglich, deshalb ist das auch ok so. Ich sags trotzdem: RSS ist ein Akronym, das je nach Version etwas anderes heisst: Was Really Simple Syndication bei Winer heisst, heisst RDF Site Summary bei RSS 1.0.

Eine weitere Spitzfindigkeit: Es gibt nicht nur Audio-Podcasts, sondern auch Video-Podcasts (siehe Yahoo). Gerade das Thema Podcasts finde ich übrigens sehr interessant für die (asynchrone) Unternehmenskommunikation. Man denke auch an Text-to-Speech-Lösungen.

***

Bei Punkt 6.1. würde ich sagen: Nicht Lernen, sondern von Anfang an «Learning by doing». Man kann viele Blogs lesen, aber erst wenn man bloggt, erfährt man, um was es wirklich geht.
Man sollte aber sicher eher mit etwas Persönlichem bzw. einem persönlichen Blog anfangen, anstatt gleich mit dem Unternehmensblog.

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2 Gedanken zu „Corporate Weblogs Whitepaper

  1. Roger

    Hi Jürg,
    Das sehe ich ähnlich und ich denke die Dinge haben auch einiges miteinander zu tun.

    Persönlich finde ich die Open Content und Social Software Geschichte (Weblogs, Wikis, Flickr…) jedoch um einiges revolutionärer.

    Wo wir bei Open Source meist immer noch eine Innensicht haben (Software-Entwickler unter Software-Entwicklern) haben wir bei Open Content einen Austausch zwischen Publika, die völlig verschiedene Bedürfnisse und Interessen haben und diese nun artikulieren können.

    Anders gesagt: ein Projekt, dass seine verschiedenen Nutzer partizipieren und Einfluss nehmen lässt, scheint mir faszinierender und stimulierender, als eines dass – zwar Open Source – aber schlussendlich über die Programmierer-Nutzergruppe (mit einem ähnlichen Mindset) nicht hinauskommt.

    Open sollte es sein – aber was für den Programmierer der Code ist, kann für jemand anderen ein Foto oder eine Filmbesprechung sein.

    Antwort
  2. Roger

    Tim O’Reilly hat das im Zusammenhang mit Open Source sehr schön formuliert:

    I find it useful to see open source as an expression of three deep, long-term trends::
    * The commoditization of software
    * Network-enabled collaboration
    * Software customizability (software as a service)

    oder auch als Schlusssatz im gleichen Artikel:
    Only when we stop measuring open source by what activities are excluded from the definition, and begin to study its fellow travelers on the road to the future, will we understand its true impact and be fully prepared to embrace the new paradigm.

    Antwort

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