Oiloholism, Wir haben noch fünf Jahre Zeit und das Problem des global dimming

Global Warning in einigen heute gelesenen Zeitungen bzw. Zeitschriften.

Beginnen wir mit einer der Ursachen, den „oiloholics“ im Economist:

America and China, in their different ways, are drunk on oil consumption. The longer they put off taking the steps needed to curb their habit, the worse the headache will be. George Bush once learned that lesson about alcohol. It is time for him to wean America off oiloholism too.

Hören wir James E. Hansen, Direktor des Godard-Forschungsinstituts der Nasa in New York, auf die Fragen von Rico Czerwinski im Magazin von heute:

Schon jetzt ist es viel schwieriger, diesen Kreislauf aufzuhalten, als ich Jahrzehnte lang dachte. Mit jedem zusätzlichen Zehntelgrad Erwärmung wird es noch mühsamer. Ich halte einen Temperaturanstieg von etwa einem Grad im Vergleich zu heute für den Punkt, an dem ein Zurück schwer wird. Unseren Berechnungen zufolge verursacht ein Grad mehr das Schmelzen des gesamten Meereises in der Arktis im Sommer – mit riesigen Effekten.
Bis 2050 würde man ohne Massnahmen dieses zusätzliche Grad erreichen?
Ja
Bis wann müsste man Schritte einleiten, um das zu verhindern?
Bis 2010.
Sind Sie sicher?
Wenn wir in diesem Jahrzehnt nichts unternehmen, bekommen wir das Grad. Dann würde es extrem schwierig sein, etwas gegen die Erwärmung von 4 bis 7 Grad bis 2100 zu tun, deren Folgen ausserhalb unseres Vorstellungsvermögens liegen würden.
Wie schmerzhaft wären Gegenmassnahmen?
Weniger, als man den Leuten sagt.

Und zum Schluss noch einen Blick auf den Bildschirm in der heutigen NZZ, wo sich die Komplexität des Phänomens zeigt :

Seit den Forschungen des Pioniers Gerald Stanhill vor zwanzig Jahren ist es einer globalen Internationale von Klimaforschern gelungen, ein gravierendes Phänomen nachzuweisen, das auf den Namen global dimming (globale Verdunklung) getauft worden ist. Durch Russpartikel in der Atmosphäre, die Bildung von Dunstglocken über den industriellen Zentren der Erde, nicht zuletzt die Kondensstreifen des zu Billigpreisen explodierenden Flugverkehrs, geht gleichsam ein Vorhang über der Erde nieder. Die Sonnenstrahlen und mit ihr die Verdunstungsrate nimmt ab.

Der Amerikaner David Travis konnte nachweisen, dass wegen der Stilllegung fast des gesamten zivilen Luftverkehrs über den USA, in den Tagen nach dem 11. September 2001, die Sonneneinstrahlung abrupt wieder zu-, die globale Verdunkelung wieder abnahm. […] Wird die globale Verdunkelung durch Luftreinhaltemassnahmen geringer, droht eine beschleunigte Erwärmung.

Das Phänomen des Global Dimming darf uns auf keinen Fall abhalten in den nächsten fünf Jahren die notwendigen Schritte einzuleiten, um den Klimawandel in den Griff zu bekommen. Es würde mich natürlich interessieren, wie hoch kurzfristig der Temperaturanstieg bei einer substantiellen Reduktion des Flugverkehrs ausfallen würde. Im besten Fall haben wir auch noch einige Vulkanausbrüche ausserhalb besiedelter Zonen, die die Wirkung der Treibhausgase kompensieren würden (laut Hansen sind Vulkane ziemlich effektiv im Bremsen der Erwärmung).

Wenn jemand in diesem Thema sattelfest ist oder Sites kennt, die diese Phänomene auch grafisch darstellen, würde ich mich über einen Kommentar oder auch ein E-Mail sehr freuen.

Siehe auch:
Klimakampagne WWF
Klimawandel von Greenpeace Schweiz

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